4. Ziele in der pädagogischen Arbeit

Unseren Erziehungszielen liegt das vorab beschriebene Menschenbild zugrunde. Sie stehen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Normen und Werten, werden aber auch geprägt von den Bedürfnissen, Erfahrungen und Kenntnissen der pädagogischen Fachkräfte.
Das Kindertagesstättengesetz (KiTaG) erteilt uns in seinem
§ 2, Abs. 1 den Auftrag:
„Tageseinrichtungen dienen der Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern. Sie haben einen eigenen Erziehungs- und Bildungsauftrag.

 

Tageseinrichtungen sollen insbesondere:

  • die Kinder in ihrer Persönlichkeit stärken, sie in sozial verantwortliches Handeln einführen,
  • ihnen Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die eine eigenständige Lebensbewältigung im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten des einzelnen Kindes fördern,
  • die Erlebnisfähigkeit, Kreativität und Fantasie fördern
  • den natürlichen Wissensdrang und die Freude am Lernen pflegen,
  • die Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen erzieherisch fördern, und
  • den Umgang von behinderten und nicht behinderten Kindern sowie von Kindern unterschiedlicher Herkunft und Prägung untereinander fördern."

Dies alles soll die Erziehung in der Familie ergänzen und unterstützen (KiTaG, § 2(2)).

 

Bei der Umsetzung des Leitbildes für unseren Kindergarten
Achtung und Wertschätzung vor der Persönlichkeit des Einzelnen-
prägen uns besonders folgende bedeutende Pädagogen:


Janusz Korczak, ( 1878 - 1942)
Arzt und Pädagoge, der uns in der tiefen Liebe zum Kind immer wieder daran erinnert, Achtung vor den Geheimnissen des Wachsens zu haben und das Kind bewusst verantwortungsvoll leben zu lassen.

Maria Montessori (1870 - 1952)
Ebenfalls Ärztin und Mahnerin an die Pädagogen, die Eigenaktivität des Kindes zu fördern: „ Hilf mir, es selbst zu tun!".

Cèlestin Freinet ( 1896 - 1966 ),
Ein Lehrer, dessen kindzentrierte Grundhaltung den Erziehenden auffordert, den Kräften des Kindes zu vertrauen, ihm „ das Wort zu geben", das Kind seine eigene Welt erforschen zu lassen und erwachsenes Vorauseilen, Besserwissen und Beherrschen zurückzunehmen.

Auf dieser Grundlage entwickeln wir unsere Ziele in den drei Kategorien

  • Förderung der Ich- Kompetenz,
  • Entwicklung der Sozial - Kompetenz,
  • Förderung der Sach - Kompetenz.


4.1. Unter Förderung der ICH - KOMPETENZ verstehen wir, dass die Kinder zu einer eigenständigen Persönlichkeit heranwachsen. Die ICH- Stärke, das Selbstwertgefühl, entwickelt sich auf der Basis des Gefühls von Angenommen sein, Erfolg haben, Unterstützung erfahren (Sicherheit), von selbständigem Handeln und dafür Verantwortung zu übernehmen.

 

Das Selbstbewusstsein ist zu stärken, damit das Kind zunehmend seine eigenen Bedürfnisse adäquat äußert und es lernt, seine Ängste anzunehmen und sie zu überwinden.
Wir orientieren uns dabei an den spezifischen Bedürfnissen und Interessen der Kinder, sowohl in der Angebotsgestaltung, der Raumgestaltung, der Tagesstruktur wie auch der Gestaltung von Festen innerhalb des Jahreskreises.

 

Wichtigstes Merkmal ist die Orientierung an den Stärken der Kinder. Viele Untersuchungen zeigen, dass der Mensch in seinem Selbstwertgefühl reift, wenn er Wertschätzung und Lob erfährt und nicht ständig auf seine Defizite aufmerksam gemacht wird.
Wir stärken die Stärken - und unterstützen damit die Kinder bei der Akzeptanz ihrer „ schwachen Seite".

 

Solange die Kinder noch klein sind,
gib ihnen Wurzeln,
wenn sie älter geworden sind,
gib ihnen Flügel.
(Aus Indien)

 

4.2. Die von Fachkräften betreuten Kinder im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt kommen aus den unterschiedlichsten Elternhäusern und bringen verschiedenste Erfahrungen mit.
Aus neueren neurobiologischen Forschungen wissen wir, dass der Kern aller Motivation sich zu entwickeln ( zu lernen ) der ist, zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung oder Zuneigung zu finden und zu geben. Der Erfolg ihres Tuns wird bei Kindern entscheidend dadurch gefördert, dass eine erwachsene Person - ohne weiter aktiv zu werden(!) - sich für ihr Tun interessiert.

 

Ihre SOZIAL - KOMPETENZ zu erweitern bedeutet für die Kinder

  • Unterschiede im Aussehen und den einzelnen Fähigkeiten gelten zu lassen und als Bereicherung für alle zu erleben
  • gewaltfreie Konfliktlösungen zu erlernen und Kompromisse zu entwickeln beim Aufstellen und Einhalten der Regeln des Hauses.

4.3 Die Entwicklung der SACH - KOMPETENZ basiert auf der Grundhaltung der Achtung vor dem Kind, den Dingen und der Natur.
Eine Grundfähigkeit, die Kinder in einer sich beständig ändernden Gesellschaft erlernen sollten ist die, zu lernen - zu verlernen - umzulernen - neu zu lernen.

Sie benötigen keine „Checkliste" von Fähigkeiten die abzuprüfen sind, sondern eine Zusammenstellung von Erfahrungen und Gelegenheiten, sozusagen „ein Kanon des Weltwissens"
(Dr. D. Elschenbroich)

 

Kinder lernen auf ihre ganzheitliche Art, indem sie sich ihr Wissen mit allen Sinnen aneignen. Gerade Kinder machen ihre Lernerfahrungen im direkten Umgang mit dem Körper.


„Alles was ich Kindern zeige,
können sie nicht mehr selbst entdecken."
Jean Piaget

 

Durch Raumgestaltung und Bereitstellen von Material regen wir an:

  • zum Entdecken der Umwelt
  • zum Einblicke gewinnen in naturwissenschaftliche Phänomene
  • zum Entwickeln der Sprechfreude und des Ausdrucksvermögens
  • zum Erleben kultureller Ereignisse aus Theater, Kunst und Musik
  • zum Sammeln hauswirtschaftlicher Erfahrungen
  • zum Erlernen handwerklicher Fähigkeiten

Wir achten darauf, dass die Kinder soweit als möglich den passenden Raum und Zeitrahmen finden, ihre Bedürfnisse nach Bewegung oder Ruhe auszuleben.

 

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